Talea oder die Maschine und das Unkraut
Im Lateinischen bedeutet «Talea» Schnitt. In der Musik des Mittelalters bezeichnet dieser Begriff eine wiederholte rhythmische Struktur, der eine Tonfolge überlagert wird, die – unabhängig davon, ob sie sich mit dieser rhythmischen Struktur deckt oder nicht – ihrerseits wiederholt und «Color» (Farbe) genannt wird. Im 20. Jahrhundert findet man diese Abspaltung von Tonhöhen und Notenwerten erneut.
Die Idee des Schnitts in einer Anfangsgeste, das In-Phase und Ausser-Phasesetzen der verschiedenen rhythmischen Strukturen, ebenso wie die zweiteilige Struktur (deren zweiter Teil sehr gut «Color» genannt werden könnte) haben mich auf den Titel dieses Quintetts gebracht.




Gerard Grisey









