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Dérive I für 6 Instrumente für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Vibraphon und Klavier (1984)

Pierre BoulezPierre Boulez

Das Stück ist Sir William Glück aus Anlaß der Beendigung seines Wirkens als künstlerischer Leiter des Bath Festival gewidmet. Glück war es, der Boulez 1964 erstmals für Konzerte mit dem BBC Svmphony Ochestra verpflichtet hatte und der ihn später schließlich als Chefdirigenten für das Orchester gewinnen konnte. Am 31.1.1985 wurde Dérive I in London von der London Sinfonietta unter der Leitung von Oliver Knussen uraufgeführt.
Dem kurzen Stück liegt eine Folge von sechs Hexachorden zugrunde, die die vertikale Anordnung von sechs durch zyklische Permutation einer Sechstonreihe ( d.h. : 1 2 3 4 5 6, 2 3 4 5 6 1, 3 4 5 6 1 2 ... u.s.f.) gewonnenen Tonvorräten darstellt.
Bei dieser Sechstonreihe handelt es sich um eine musikalische Umschrift des Namens Paul Sachers.
Im übrigen liegt Boulez der Gestus des umwölkten Demiurgen ganz und gar nicht; selbst dem Begriff des autonom-integralen Werkes begegnet er mit Skepsis. Ja das Prinzip des "pli selon pli" hat bei ihm mannigfache Weiterungen erfahren im Hinblick auf eine operationalistische Ästhetik, die "work in progress"-Idee. Ob "...explosant fixe...", "Dérive", "Incises" - schon die Titel verweisen auf die Tendenz zur gleichsam fort und fort wuchernden, sich immer wieder neu materialisierenden Werk-Konzeption. Das ein für allemal abgeschlossene "Meisterwerk" ist Boulez in den 50er- und 60er-Jahren oft genug imponierend gelungen; als alleiniges oberstes Ziel gilt es ihm schon lange nicht mehr.


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