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Illusion (2005)

Kiawasch SahebNassaghKiawasch SahebNassagh

...zuerst, auf harten Flächen, mit der Rechten, oder der Linken, unwichtig welcher sodann, auf der Fläche der Rechten, oder der Linken, mit der Linken, oder der Rechten... (Flötentöne, Samuel Beckett)
Die Stabilität des menschlichen Geistes hängt stark von seiner Orientierungsfähigkeit im täglichen Leben ab. Wird diese Ordnung erschüttert bzw. in Frage gestellt, muss er nach neuen Anhaltspunkten suchen, um wieder Ordnung herzustellen. Diese neue Form der Ordnung unterscheidet sich in Details von der vorherigen, ist also Weiterführung und Ergänzung dieses menschlichen Geistes.
In der Musik bedeutet dies, dass der Hörprozess nichts anderes darstellt als das ständige Vergleichen ähnlicher Bausteine, auf der Suche nach Einheits-/Anhaltspunkten, auf der Suche nach Wiederholungen: eine Fahndung nach verständlicher Form.
Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese Orientierung zu stören, zu manipulieren, neu zu programmieren! Für den Zuhörer bedeutet dies wohl eine Täuschung. Seine Erwartung erfüllt sich nicht, so verliert er sich und muss sich - im besten Falle - für diese neue Ordnung öffnen.
Das ist unter anderem Konzept meiner Kompositionsarbeit: Es besteht darin, Collagen zusammen zu stellen, die aus selbstkomponierten Phrasen bestehen, die sich nur marginal voneinander unterscheiden. Es gibt keine tatsächlichen Wiederholungen, keine Einheitspunkte, keinen Schluss. So entsteht eine Art Spirale - statt der üblichen Schleife - aus missgestalteten, gleichsam geklonten Sequenzen, die eine Zeit- und Wiederholungstäuschung hervorrufen und dadurch eine neue Dimension der musikalischen Wahrnehmung öffnen.


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