In der griechischen Mythologie stehen sich zwei Konzepte von Zeit gegenüber. „Chronos“ symbolisiert eine unveränderliche - in ewig gleichen Abschnitten ablaufende Zeit. „Kairos“ hingegen repräsentiert Zeit unter dem Aspekt der günstigen Gelegenheit - der subjektiven Wahrnehmung . Der Titel „Kairographie“ meint in diesem Zusammenhang somit eine Niederschrift einer fließenden, sich stetig verändernden Zeit. Neben der ständigen Transformierung der zeitlichen Struktur – hier als ein zentraler Aspekt der „Puls“ der Musik – wird der Gedanke des Fließens auch durch die Gestaltung der Klangfarbenverläufe reflektiert.





Gerhard Nierhaus









