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Canti per 13

Luigi NonoLuigi Nono

Der Begriff des Gesangs - ob als canto, canciones oder Lied - zieht sich durch Nonos fast gesamtes Werk. Von Anfang an versuchte er, die Konzentration aufs Wesentliche mit dem Anspruch des Kantablen zu verbinden, So ist bei ihm wie schon bei Webern oft nur ein Ton bereits ´Melodie´, bilden zwei Töne schon so etwas wie Kontrapunkt. Oder: Die ganze Welt des Flamenco (in den Canciones a Guiomar) schnurrt zusammen in einem Akkord der Gitarre, sein Rhythmus in nur einem Schlag mit der Hand aufs Instrument. Einzellaute. In einem Ton die Menschheitsgeschichte eines Lebens.
In Canti per 13, dem wohl punktuellsten Stück Nonos, ist jeder einzelne Ton bis in Dynamik und Artikulation hinein streng seriell organisiert. Und gerade dieses Stück für 13 Instrumente, die selten mehr als einen Ton hintereinander zu spielen haben, behauptet „Gesänge“ zu sein. Nono spricht von einem gesanglichen ersten Teil und einem tänzerischen zweiten. Wo abgesetzte Einzeltöne ´Gesang´ sein müssen, wo angehaltene Zusammenklänge von zwei, drei oder vier Tönen als auf den Kopf gestellte Melodien zu hören sind; wo ´Tanzrhythmus´ nur noch in unterschiedlichen Frequenzen von Tonwiederholungen feststellbar ist: Da werden diese „Gesänge für 13“ zu „Liedern und Tänzen“ auf den Trümmern einer Vergangenheit, die nur als verlorene noch beschworen wird.


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